Wir brauchten heute gar nicht lange über die mögliche Katze der Woche zu diskutieren. Nala 19 schob uns zur Seite und schimpfte:
Tagebuch 09.04.26

Also, das ist ja wirklich unglaublich! Neulich habt Ihr Flocke zur Katze der Woche nominiert. Dann darf ich ja wohl auch!!
Ich bin nur halb so alt. Knapp 7 Jahre alt. Ich brauche auch spezielles Urinary-Futter, damit ich nicht unter Harngrieß und Blasenentzündungen leide.
Auch ich wurde abgegeben und auch ich möchte in Wohnungshaltung bleiben. Ich bin mindestens genauso lieb wie gelegentlich ladylike zickig. Eigentlich haben wir das gleiche Schicksal. Nur zusammen vermittelt werden möchten wir nicht, wir würden uns nie leiden können. Ich kam mit Loki hierher und den mag ich überhaupt nicht, den nehme ich auch nirgends hin mit.
Aber ich habe noch einen Bonus obendrauf: ich habe das schönere Bewerbungsfoto als Flocke hier auf der Homepage. Guckt mal, wie niedlich ich gucken kann.
Damit bin ich für diesen Donnerstag doch die perfekte Katze für die Wochen-Nominierung. Meint Ihr nicht auch?
Ein neuer Besitzer wird mich bestimmt ganz doll schnell in sein Herz schließen. Miau.
Eure Nala 19

Kater vermisst:
Leider ist unser ehemaliger Riley nicht nachhause zurückgekommen. Riley lebt in Manderscheid, ist kastriert, gechipt, tätowiert und bei Tasso gemeldet. Sollte ihn jemand gesehen haben, bitte bei uns im Tierheim melden.
Stellungnahme zum Artikel Trierischer Volksfreund 7.04.2025 in der Stadt Wittlich
Wir möchten zum erschienenen TV-Artikel vom 7.04.2026 Stellung nehmen und einige Punkte klarstellen, die so nicht unserer Wortwahl und Wiedergabe entsprechen. Dies in zwei Berichten zur Verdeutlichung.
Zwischen dem Eifeltierheim Altrich und der Stadt Wittlich besteht weder ein Streit noch erheben wir Anschuldigungen, sondern es gibt unterschiedliche Rechts-Auffassungen zur gesetzlichen Einordnung und zum Umgang mit Fundkatzen in der Stadt Wittlich. Hierzu gibt es entsprechende Korrespondenzen. Wir suchen weiterhin nach einer Lösung mit den zuständigen Behörden hier in Wittlich-Stadt. Das Eifeltierheim Altrich hält sich an die Bundesbeauftragte für Tierschutz und deren rechtliche Auffassung, die für Gesamtdeutschland gilt.
Grundsätzlich gilt:
Wenn jemand einen Gegenstand wie einen Schlüssel oder eine Geldbörse findet, wird dies beim Fundbüro abgegeben. Rechtlich wird auch ein Tier als „Fundsache“ behandelt, wenn der Besitzer nicht bekannt ist oder aber herauszufinden ist.
Viele Bürgerinnen und Bürger haben weder die Möglichkeit noch das Wissen oder die Kapazitäten, eine aufgefundene Katze selbst zu versorgen. Wenn ihnen dann zusätzlich die Abgabe im zuständigen Tierheim (aktuell Tierheim Trier) nicht ermöglicht oder erschwert wird, werden die Tiere häufig zu uns ins Eifeltierheim Altrich gebracht. Laut Auskunft Tierheim Trier werden dort kaum Fundtiere der Stadt Wittlich abgegeben. Frage: Wo werden diese Katzen denn dann untergebracht? Was geschieht mit ihnen?
Das führt zu einem großen Problem: Wir bleiben auf den Kosten sitzen, obwohl wir dann im Sinne des Tierschutzes, der Bundesbeauftragen für Tierschutz in Deutschland, handeln. Eingang Schreiben vom 02. Februar 2026 eben von Frau Silvia Breher und dem Deutschen Tierschutzbund.
Besonders kritisch ist die Situation nach Schließung der täglichen Bürozeiten (Öffnungszeiten) Ordnungsamt, Fundbüro, an Wochenenden und Feiertagen: Verletzte oder hilfsbedürftige Tiere können nicht „bis Montag warten“ oder aber nach Ende eines Arbeitstages ist die Behörde natürlich geschlossen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach getaner Arbeit zu Hause. In Fällen der Hilfsbedürftigkeit „Gefahr in Verzug für die Katze“ ist sofortiges Handeln notwendig – alles andere widerspricht dem Tierschutzgesetz (§ 1 und § 2 TierSchG). Soll heißen, eine angefahrene schwer verletzte Katze kann nicht warten, bis das Ordnungsamt wieder geöffnet hat. Auch kann kein Mensch den Katzen anordnen, bleib dort sitzen, bleib liegen, ruf jedem Auto zu, fahr um mich herum, bis jemand im Büro des Ordnungsamtes ist, sprich „auf der Arbeit“ oder nach dem verdienten Wochenende der Mitarbeiter Ordnungsamt. Wer Erbarmen mit einem Tier hat, es von der Straße aufhebt, ist dann für das Tier verantwortlich, so der Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Wittlich. Aber derjenige, der das Tier von der Straße nimmt, ist gar nicht der Besitzer… auch wenn wir danach suchen, sich keiner meldet, die Katzen nicht registriert sind, suchen wir mittels Foto nach den Besitzern. Und was ist dann? Wir bleiben auf den Kosten zu 95% sitzen.
Wir finanzieren unsere Arbeit ausschließlich über Spenden. In den Verbandsgemeinden, mit denen wir feste Verträge haben, gibt es diese Diskussionen nicht – dort ist klar geregelt, was ein Fundtier ist und wie damit umzugehen ist. Auch andere mit denen wir keine Verträge haben, gibt es einige darunter, mit denen wir problemlos ohne Diskussionen arbeiten.
Hier weisen wir nochmals auf das große Problem der fehlenden Kastrations- und Kennzeichnungspflicht hin, wie sie bereits in Städten und Verbandsgemeinden wie Koblenz, Montabaur Mayen, Arzfeld oder Gerolstein existiert.
Eine solche Regelung würde vieles erleichtern:
- Durch Tätowierung oder Transponder (idealerweise beides) und Registrierung kann ein Tier schnell zugeordnet werden
- Besitzer können zügig informiert werden
- unnötige Unterbringung und Kosten werden vermieden
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Rechtliche Einordnung
Ein Fundtier ist ein entlaufenes oder aufgefundenes Haustier, dessen Eigentümer unbekannt ist.
Dabei gilt:
- Es gibt keine rechtliche Unterscheidung, ob eine Katze sitzt oder läuft
- Auch auf Privatgrundstücken gefundene Tiere sind Fundtiere
- Der Fundort spielt keine Rolle
Viele kommunale Satzungen (z. B. Köln, München, Hannover, Essen, Wiesbaden) bestätigen ausdrücklich:
Fundtiere sind unabhängig vom Fundort zu behandeln.
Sollte Wittlich eine abweichende Regelung vertreten, müsste diese rechtlich eindeutig festgelegt sein – und darf Bundesrecht nicht widersprechen.
Unser Anliegen
Wir wünschen uns keine Diskussionen, sondern klare, rechtssichere Regelungen im Sinne von Menschen und Tiere:
- eine eindeutige Vorgehensweise für Bürgerinnen und Bürger
- klare Zuständigkeiten – auch abends und am Wochenende
- Unterstützung der Einrichtungen, die praktisch helfen
- Was passiert mit dem Nachwuchs von Fundkatzen
- Einführung einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht
- Es gibt viele Fragen
Wir werden weiterhin an diesem Thema dranbleiben und uns für eine tragfähige Lösung einsetzen.
Für die Tiere. Für die Menschen. Für mehr Klarheit.
Klarstellen möchten wir auch, dass wir nur nach Anruf durch Bürgerinnen und Bürgern handeln. Wir fangen nicht einfach „gesunde Freigängerkatzen“ ein. Selbstverständlich gibt es zahme an Menschen gewöhnte Freigängerkatzen mit Besitzer!! die irgendwann, irgendwo auftauchen und Anwohnern auffallen, zum Beispiel Katzen die in ein Postauto versehentlich einsteigen, unentdeckt mitfahren und dann an Orte gelangen, an denen die Katzen sich nicht auskennen. Oder durch andere Umstände wie reine Wohnungskatzen durch ein versehentlich komplett geöffnetes Fenster in die Freiheit gelangen, dann irritiert in ungewohnter Umgebung sind und ausbüxen. Wenn wir zu solchen Einsätzen gerufen werden, diese zahmen Katzen sichern können, suchen wir umgehend über unser Tagebuch und social media nach den Besitzern. Das ist doch eine wirklich gute Sache! Die Besitzer freuen sich dann sehr, ihre Schützlinge wieder in die Arme schließen zu können. Wahllos irgendwelche Freigänger-Katzen einzufangen, ist weder unser Aufgabengebiet noch unser Ziel. Viele Freigänger sind aber leider nicht kastriert oder aber registriert und mit Chip / Tattoo versehen.
Ein Beispiel aus unserer Praxis:
Der Kater „Moritz“ konnte dank Transponder über FINDEFIX und TASSO identifiziert werden – er wurde über 100 km entfernt in Eppelborn vermisst. Ohne Kennzeichnung wäre eine Rückführung kaum möglich gewesen.
Auch lokale Fälle zeigen die Problematik deutlich:
In Wittlich-Wengerohr entwich eine Wohnungskatze während eines Rettungseinsatzes. Ohne Kennzeichnung irrte sie orientierungslos umher und wurde uns schließlich von aufmerksamen Anwohnern gebracht. Die Erleichterung der Besitzerin nach ihrem Krankenhausaufenthalt, als sie ihr Tier wieder in die Arme schließen konnte, war überwältigend.
Transparenz ist uns wichtig:
Wir dokumentieren jeden Zugang öffentlich in unserem Tagebuch, so dass jederzeit nachvollziehbar ist, welche Tiere wir aufnehmen.
