Heute gibt es einen kleinen Einblick in das Logbuch von Captain Brooke, welche mit Kater Maja (jetzt Pakal) in Trier Anker gelegt hat:
Tagebuch 07.07.26

Logbuch der Meownty, Captain Brooke, Tag 814.
Veränderung liegt in der Luft. Ich kann ihren salzigen Hauch in meinen
Schnurrhaaren spüren. Mein Maat Pakal ist noch unbeeindruckt und
ahnungslos wie eh und je. Es fing vor ein paar Wochen an. Die
Einheimischen haben plötzlich ihren Tagesablauf geändert. Als sie zum
Dosen öffnen nach Hause kamen, brachten sie plötzlich Kartons mit.
Wundervolle, schöne, verlockende Kartons. Viele davon.
Zuerst waren wir ganz begeistert. Pakal erklomm mutig Berg für Berg, um
einen besseren Ausblick auf unser Inselreich zu ergattern. Zugegeben,
ein paar seiner Versuche endeten darin, dass die hohen Kartonberge
plötzlich ganz klein geworden sind und sich überall im Raum verteilten –
aber es war der Versuch, der zählt! Solch eine Tapferkeit für die
Mannschaft! Selbst ich ließ mich hinreißen, von meinem Captain’s nap
aufzuwachen und diese wunderbaren Kartons zu inspizieren und ausgiebig
zu zerkra… zu markieren. Das Leben war ohnehin schon gut und jetzt
schenkte uns die allmächtige Himmelskatze auch noch diese Reichtümer.

Doch dann fingen die Kartons nach und nach an, wieder zu verschwinden.
Wir bemerkten das nicht sofort. Ein paar Tage lang waren sie immer mehr
geworden, dann wieder weniger, bis wieder neue dazu kamen. Wir hatten
uns an den Wandel gewöhnt wie an den Verlauf der Gezeiten. Nach ein paar
Wochen kamen allerdings keine neuen Kartons dazu und die alten wurden
merklich weniger – bis plötzlich auch die Möbel anfingen, zu verschwinden.
Zuerst dachten wir, die Einheimischen würden mal wieder umdekorieren.
Diesen seltsamen Gebrauch, der oft mit dem infernalischen Getöse des
Katzenschrecks zusammenfiel, fanden wir schon immer sehr suspekt. Aber
das? Ganze Möbel verschwinden lassen?

Wir legten uns auf die Lauer. Beobachteten, wie die Einheimischen unsere
Kartons in diese gruslig lauten Kisten mit vier Rädern trugen und dann
verschwanden. Beobachteten, wie sie mit leeren Händen zurückkehrten.
Belauschten sie, während wir so taten, als würden wir ihre Opfergaben
dankbar verzehren. Wir verstanden nicht viel, aber ein Satz brannte sich
mir in den Hinterkopf wie die Sonne auf der offenen See: “Ob die beiden
das neue Zuhause mögen werden?”
So viele Fragen, die sich mir stellen. Welches neue Zuhause? Wessen
neues Zuhause? Welche beiden? Wir werden das Rätsel der Einheimischen
noch lösen müssen. Nach einem oder fünf Nickerchen. Und spielen. Und
nach dem Fressen. Oh, ein Glühwürmchen!
Mhmm, traumhaft! … irgendwas hatte ich doch gerade noch im Kopf?
Veränderung liegt in der Luft.
Logbuch der Meownty, Captain Brooke
