Den heutigen Beitrag widmen wir unserer ehemaligen Grace, welche uns eine sehr schöne Rückmeldung zukommen gelassen hat.
Tagebuch 09.09.25
Liebes Eifeltierheim-Team,
ich wollte mich auch einmal melden, um mich für die gute Vermittlung vor fünf Jahren zu bedanken.
Seit Montag, dem 7. September 2020, bin ich nicht mehr bei euch.
Im Tierheim hieß ich Grace 4, jetzt bin ich die Lucy.
Ihr habt damals für mich eine gute Wahl getroffen. Einiges musste ich meinen neuen „Bediensteten”
natürlich noch beibringen, aber das klappt mittlerweile ganz gut. Anfänglich war ich etwas scheu,
was ich gegenüber Fremden auch noch nicht ganz ablegen konnte. Mit den Kindern meiner Bediensteten
komme ich gut klar. Das Einzige, was ich bemängele, sind die Enkel. Sie sind mir zu laut.
Solange sie noch auf dem Boden krabbelten, fand ich sie interessant.
Jetzt können sie mir aber schon hinterherlaufen, was ich natürlich nicht mag!
Aber die kommen ja nur zu Besuch und sind dann wieder weg.
Aber nun mal ein bisschen mehr aus meinem Leben:
Als ich noch im Tierheim war, wurde mir bei einer Untersuchung ein Chip eingesetzt – für den Fall,
dass ich mich verlaufen oder verloren gehen würde. Als ich dann groß genug war, wurde ich kastriert
und zusätzlich noch in den Ohren tätowiert. Das konnte während der Narkose zusammen mit der Kastration
erfolgen, also eine Win-win-Situation. Unten seht ihr Bilder von mir und meinem Ohr.

Es war sehr wichtig, auch Tasso darüber zu informieren, da es sonst wirkungslos ist. Das war bei mir mehr
als nötig, wie ihr weiter unten lesen könnt. Nachdem alles gut verheilt war, wurde ich noch geimpft
und durfte endlich in den Freigang. Das war so toll!
Dann endlich wurde es Sommer und ich bereitete den Bediensteten wiederholt große Sorgen.
Mal war ich drei, mal fünf und mal vier Tage lang, wie vom Erdboden verschluckt.
Ich wurde bei Tasso und im Tierheim als vermisst gemeldet. Es wurden Flugblätter gedruckt, die in der
näheren Umgebung aufgehängt und verteilt wurden. Doch ich blieb verschwunden.
Innerhalb von vier Monaten ist das sieben Mal am Wochenende passiert. Seitdem darf ich am Wochenende
erst nach 22 Uhr nach draußen – und siehe da, der Erdboden hat mich nicht mehr verschluckt.
Aber ich fordere den Freigang jeden Tag mehrmals ein. Vorne raus, gleich hinten wieder rein, vorne raus,
nachher wieder hinten rein. Manchmal teste ich einfach, wie oft sie dieses Spiel mit mir aushalten.
Aber sie haben starke Nerven – die brauchen sie auch bei mir.
Am schönsten fand ich die Ausgangsbeschränkungen nach 22 Uhr während des Lockdowns wegen Corona.
Da konnte ich abends mit meinen Bediensteten spazieren gehen, weil kaum Autos unterwegs waren.
Das fand ich super.
So etwas geht rum, und ich spezialisierte mich auf das Apportieren kleiner roter Bällchen. Mein Bediensteter
musste sie immer weit wegwerfen und ich brachte sie wie ein gut erzogener Hund wieder zurück.
Oh weh, wenn das nicht direkt wieder aufgehoben wurde und das Spiel damit weiterging!
Dann habe ich mich direkt beschwert.

Mein zweiter Winter kam und bald war wieder Weihnachten. Dieses Fest ist jedes Jahr wie extra für mich gemacht.
Sie stellen immer einen großen Baum für mich auf, hängen jede Menge Bälle für mich dran. Ihr werdet es nicht
glauben, aber hin und wieder geht auch mal einer kaputt. Dann wird zwar ein bisschen mit mir gemeckert,
aber das ist sofort vergessen, sobald ich wieder mit ihnen gekuschelt habe.
Ich bin zwar kein großer Schmuser, aber wenn ich Hunger habe, funktioniert das ausgezeichnet. Manche Schauspieler
im Fernsehen könnten von mir noch etwas lernen. Es gibt eben Dinge, die eine hungrige Katze kann, und das ist eine
meiner Stärken.
Was ich gar nicht mag, sind die Tage vor Silvester und Silvesterabend selbst. Da knallt es tagelang in unserer Gegend.
Das macht mir nicht nur Angst, sondern ist auch nicht gut für meine empfindlichen Ohren. Ich höre nämlich sehr gut.
Ansonsten ist der Sommer meine liebste Jahreszeit, denn dann kann ich mich überall gut verstecken.
Mal bin ich eine Baumkatze, mal verstecke ich mich zwischen den Blumen und überall dort, wo es schön grün ist.
Wenn es abends abgekühlt ist, kann ich mich auf dem Rasen hinter dem Haus austoben.
Dabei ist auch schon das eine oder andere Spielzeug kaputtgegangen.
Ich hoffe, dass meine Bediensteten mich auch weiterhin so gut verwöhnen werden.
Das war’s von mir und meinen Bediensteten. Ich hoffe, die Bilder und meine Erlebnisse haben euch gefallen.
Zum Schluss habe ich noch eine Bitte:
Bitte macht weiterhin so gute Arbeit bei der Versorgung, Pflege und Vermittlung der Bewohner des Eifeltierheims,
wie ich sie kennenlernen durfte.
Liebe Grüße an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Eifeltierheims von Lucy und C. & W.




