Unsere Vermittlungen
Tagebuch 31.12.25

Am Samstag wurde Zuleika von einer Familie aus Bitburg abgeholt. Die Einzelprinzessin lebt dort als Freigängerin.

Unser Schnarchi hat letzte Woche nicht nur den Manu-Award, sondern auch sein neues Zuhause gewonnen. Nach seiner Hustenbehandlung und Kastration durfte er am Sonntag endlich zu seiner Familie ziehen. Auch er lebt nun in Bitburg, soll aber aufgrund seiner Vorgeschichte Wohnungskater bleiben.

Unsere Neuzugänge
Am Samstag kam Drakel als Notfallabgabe zu uns. Sein Frauchen musste ins Pflegeheim. Eigentlich nahm dann deren Tochter Drakel bei sich auf, diese zeigte jedoch eine schwere Allergie, weshalb der fast 13 Jahre alte Kater leider zu uns kommen musste. Bisher ist er reine Wohnungshaltung gewöhnt, zeigte aber, dass er einen Balkon begrüßen würde. Er kennt das Leben als Einzelkatze und ist bereits kastriert.

Am Sonntag kam dann Pooh zu uns. Der Kater lief schon eine Weile in Demerath, wurde jetzt jedoch wegen einer Wunde im Nacken und Humpeln auffällig. Hier zeigte sich schnell, dass Pooh super lieb und gechipt ist. Tasso konnte die Besitzer zwar ausfindig machen, aber leider bisher nicht erreichen.

Katze zugelaufen: Dieser kastrierte Kater ist am 24.12. einer Familie in Platten zugelaufen. Leider ist er nicht gekennzeichnet. Er ist sehr dürr und verfilzt und scheint bereits sehr alt zu sein. Er darf vorerst bei den Findern bleiben. Kennt jemand diesen Kater?
Totfund: In Wittlich zum Rotenberg wurde ein kastrierter, wahrscheinlich überfahrener Kater gefunden. Leider war er nicht gekennzeichnet, aber er war sehr groß und schwarz und hatte je einen weißen Fleck an Hals, Brust und zwischen den Beinen. Auch seine Hinterpfoten waren weiß. Kennt oder vermisst jemand diesen Kater?
Wort zum Jahresende
Zum Jahresende möchten wir den Blick auf die Grundlage unseres täglichen Handelns richten: das Ehrenamt. Der Betrieb des Eifeltierheims wäre ohne das kontinuierliche Engagement unserer ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nicht möglich.
Die Aufgaben reichen von Einkaufsdiensten, Reinigungs- und Wäschearbeiten über Tätigkeiten im Garten- und Hausmeisterbereich bis hin zur Betreuung unserer Katzen, der Durchführung von Fangaktionen bei Streunerkatzen sowie der Erstellung von Bild- und Videomaterial für unsere Öffentlichkeitsarbeit in den sozialen Medien. Diese vielfältigen Tätigkeiten werden von Menschen übernommen, die ihre Zeit, ihre Arbeitskraft und ihre Erfahrung unentgeltlich zur Verfügung stellen. Herzlichen Dank dafür.
Gleichzeitig mussten wir auch in diesem Jahr feststellen, dass zahlreiche Ehrenamtliche ihre Tätigkeit beendet haben. Die Gründe hierfür liegen häufig in einer hohen emotionalen Belastung, Überforderung sowie in der Enttäuschung darüber, dass der Tierschutz in Deutschland nach wie vor keinen angemessenen gesellschaftlichen und politischen Stellenwert einnimmt.
Auch ohne unser engagiertes festes Team wäre die tägliche Arbeit rund um die Tiere und die zahlreichen anfallenden Aufgaben nicht zu bewältigen. Das Team ist mit Herz und Verstand dabei.
Die Situation im Bereich des Katzenschutzes hat sich im vergangenen Jahr nicht verbessert. Nach wie vor fehlt eine landesweit einheitliche Katzenschutzverordnung. In der Folge werden weiterhin zahlreiche ungewollte Katzenkinder geboren, die häufig unversorgt bleiben oder letztlich im Tierschutz landen.
Zudem verzeichnen wir eine zunehmende Anzahl an Abgabeanfragen von Katzenhalterinnen und -haltern, deren Tiere aus unterschiedlichen Gründen „nicht mehr in das Lebenskonzept passen“. Dabei handelt es sich nicht selten um erkrankte oder verhaltensauffällige Tiere, die unüberlegt angeschafft wurden. Die Verantwortung wird in vielen Fällen vollständig an den Tierschutz übertragen.
Im Zusammenhang mit dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ der Bundesregierung haben wir verschiedene politische Entscheidungsträger und zuständige Stellen kontaktiert. Bislang erhielten wir lediglich zwei Rückmeldungen, die unsere Arbeit ausdrücklich würdigten. Gleichzeitig wurde uns mitgeteilt, dass innerhalb dieses Programms keine finanziellen Mittel für den Tierschutz vorgesehen sind.
In vielen Regionen und Städten existieren kommunale Tierheime als zentrale Anlaufstellen. Im gesamten Bitburger-Prümer Land fehlt eine solche Einrichtung. Entsprechend erreichen uns zahlreiche Anfragen, die wir aus räumlichen und personellen Gründen nicht in vollem Umfang bedienen können. Gespräche mit den zuständigen Stellen blieben bislang ohne konkrete Ergebnisse. Auch hier hoffen wir auf Einsicht.
Obwohl der Tierschutz grundsätzlich als gesellschaftlich relevantes Thema anerkannt wird, fehlt es vielfach an einer verlässlichen finanziellen Unterstützung. Lediglich im Bereich der Fundkatzen beteiligen sich inzwischen einige Verbandsgemeinden an den entstehenden
Kosten. In anderen Kommunen wird weiterhin diskutiert, ob eine Zuständigkeit überhaupt gegeben ist.
Als privates Tierheim finanzieren wir uns nahezu ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Öffentliche Fördermittel stehen uns – abgesehen von einzelnen kommunalen Zuschüssen – nicht zur Verfügung. Einmal jährlich erhalten wir einen Zuschuss des zuständigen Ministeriums in Mainz für den Betrieb des Tierheims sowie für Kastrationsmaßnahmen. Dieser belief sich im aktuellen Jahr auf insgesamt 6.060 Euro.
Vor dem Hintergrund der deutlich erhöhten Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT), der bislang bereits angefallenen Tierarztkosten von über 169.000 Euro (inkl. Förderverein Eifeltierheim e. V.) sowie mehr als 18.000 Euro für Futter- und Zubehörkosten und weiterer laufender Ausgaben stellt dieser Betrag keine nachhaltige finanzielle Entlastung dar.
Wir wünschen uns daher, dass sich die zuständigen politischen und verwaltungstechnischen Stellen künftig intensiver und verantwortungsbewusster mit der Situation des Tierschutzes auseinandersetzen. Ohne strukturelle und finanzielle Unterstützung sind die Möglichkeiten, langfristig wirksame Lösungen zu schaffen, stark begrenzt. Die Konsequenz ist, dass zahlreiche Tiere unversorgt bleiben oder letztlich vom Tierschutz aufgefangen werden müssen.
Abschließend danken wir allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die unsere Arbeit im vergangenen Jahr begleitet haben – sei es durch ehrenamtliches Engagement, Spenden oder ideelle Unterstützung. Nur durch dieses Zusammenwirken ist es möglich, das Leid von Tieren zumindest teilweise zu lindern.
Für das kommende Jahr hoffen wir auf mehr Verantwortungsbewusstsein, verbindlichere Rahmenbedingungen und konkrete Verbesserungen im Sinne des Tierschutzes.
Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins neue Jahr.
Anke Zimmer
Nachdem Anke bereits ein paar Worte zum Jahresabschluss geschrieben hat, möchten auch wir Mädels die Gelegenheit nutzen, noch einmal Danke zu sagen.
Dieses Jahr war sehr herausfordernd: Die Katzenseuche und der damit verbundene Vermittlungsstopp haben uns alle sehr gefordert. Besonders die Ehrenamtlichen konnten leider während dieser Zeit nicht kommen, haben aber mit großem Verständnis reagiert und uns danach umso mehr unterstützt. Dafür danken wir von Herzen.
2025 war auch ein Jahr des Wandels: Rainer Kordel hat uns im Januar verlassen und Anke Zimmer hat die Tierheimleitung übernommen. Liebe Anke, wir danken dir für deine ruhige, klare und herzliche Art, mit der du uns durch dieses besondere Jahr geführt hast.
Für mich persönlich begann auch ein neues Kapitel: das Tagebuch, welches ich von Rainer übernommen habe. Ich freue mich sehr, dass es weiterhin so gut ankommt, besonders der Adventskalender hat viele von euch begleitet und berührt. Danke für die lieben Rückmeldungen und eure Treue.
Nun blicken wir auf das Jahr 2026 und sind gespannt, was es uns wohl noch alles bescheren wird.
Wir Tierheimmädels wünschen euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr, Gesundheit, Kraft und viele schöne Momente. Danke, dass ihr an unserer Seite seid.
Bevor wir ins neue Jahr starten, möchten wir euch noch einen kleinen Überblick über unser Tierheimjahr 2025 geben – mit den wichtigsten Zahlen und Fakten:
Dieses Jahr durften wir 302 Katzen bei uns begrüßen: 173 Fundkatzen, 125 Abgabekatzen und 4, die über das Veterinär-Amt zu uns kamen. 218 Katzen haben ein neues, liebevolles Zuhause gefunden – darunter auch 15 FIV-positive und eine Leukose-positive Katze. 29 Katzen konnten an ihre Futterstelle zurückgebracht werden, und 8 Fundkatzen haben ihre Besitzer wiedergefunden. Leider mussten wir uns von 21 Katzen verabschieden. Die durchschnittliche Verweildauer lag bei etwa 93 Tagen, was etwa 3 Monate entspricht – einige besondere Einzelfälle haben aber diese Zahl stark nach oben gezogen. Fundkatzen, die zu ihren Besitzern zurückgekehrt sind, waren im Schnitt nur 5 Tage bei uns. Besonders viele Fundkatzen kamen aus WIL-Land (57), Daun (31), Gerolstein (15), Speicher (13) und WIL-Stadt (10).
Auch unsere Kleintiere haben uns in diesem Jahr viel Freude bereitet. Insgesamt nahmen wir 23 Tiere auf: 13 Kaninchen, 5 Meerschweinchen, 4 Ratten und – ganz besonders – 1 Hamster, der erste seit 10 Jahren! 22 Kleintiere durften ein neues Zuhause finden. Leider haben 5 Kaninchen dieses Jahr ihr Leben bei uns beendet. Die durchschnittliche Verweildauer der Kleintiere lag bei etwa 77 Tagen.
Ergänzend dazu noch ein Blick auf unsere Ausgaben: Für Futter und Zubehör sind bis zum 30. November Kosten in Höhe von 18.075 € entstanden, für Tierarztkosten waren es bis zu diesem Stichtag 85.682 €. Im Dezember ist natürlich noch einmal einiges dazugekommen.
Damit verabschieden wir uns für dieses Jahr und wünschen all unseren Tieren ein ruhiges und stressfreies Silvester. Unser nächster Tagebucheintrag erscheint bereits morgen – wir freuen uns, euch dann wieder zu begrüßen!





